Landtagswahl 2011: Im Mittelpunkt - Bildungspolitik

Wir GRÜNEN stehen für ein sozial gerechtes Bildungssystem, das alle Kinder und

Jugendlichen – unabhängig von der Herkunft und vom Einkommen der Eltern – optimal

fördert, ermutigt und stärkt.

Wir setzen uns für die vollständige Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Platz in einer Kindertagesstätte für Kinder unter drei Jahren ab 2013 ein und für ein ganzheitliches Sprachförderkonzept, das in den Alltag der Kitas integriert wird. Lehrkräfte und ErzieherInnen sollen in gemeinsamer Verantwortung den Übergang der Kinder von der Kita in die Schule konzeptionell vorbereiten und begleiten.

Die Ausstattung der Kitas und die Schulung des Personals muss aber verbessert, der Männeranteil sollte erhöht werden. Studiengänge mit Bachelorabschluss an den Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen sollten zügig ausgebaut und auf Duale Hochschulen ausgedehnt werden.

Unser Schulsystem ist momentan so, dass die Kinder in die Schule passen müssen. Wir wollen  Schulen, die die Kinder in den Mittelpunkt stellen, die individuell fördern, nicht mehr aussortieren, vorsortieren, einsortieren. Unser Ziel ist eine Schul- und Lernkultur, die bessere Leistungen hervorbringt – in der Spitze wie in der Breite. Dazu gehört für uns, dass die Schulträger die Möglichkeit haben, neue Wege zu gehen. Wir müssen das in der UN-Behindertenrechtskonvention formulierte Recht für Kinder mit Behinderungen auf inklusive Bildung umsetzen, d. h., dass Kinder mit Behinderungen auch allgemeine Schulen in zumutbarer Entfernung besuchen können. Eine  integrative und inklusive Schule, die Kinder gemeinsam, entsprechend ihren individuellen Begabungen fördert, ist keine Utopie. Die Entwicklung von neuen Schulmodellen muss deshalb so schnell wie möglich eingeleitet werden.

Die Kommunen sollen mehr Verantwortung für ihre Schulen, ihre Schulstruktur  und ihre Schulstandorte erhalten. Allen Schulen, die sich zu integrativen neue Modellschulen entwickeln wollen, müssen dafür gesonderte finanzielle Unterstützung für die Erarbeitung neuer Kompetenz- und Lernkonzepte bekommen.

Der demografische Wandel macht sich auch in Baden-Württemberg bemerkbar. Die Einführung von profilorientierten ganztägigen Basisschulen als Gemeinschaftsschulen für alle Kinder kann bei gezielter Planung zwei Drittel der Gemeinden eine Sekundarstufe ermöglichen. Basisschulen  bauen auf der 4-jährigen Grundschule auf, umfassen alle Bildungsgänge der Sekundarstufe I, führen nach dem 10. Schuljahr zu einem differenzierten mittleren Bildungsabschluss und schaffen so die Grundlagen für weitere schulische und berufliche Bildungswege.

Die Bildung unserer Kinder darf nicht weiter vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Mit der Basisschule kann eine Förderung für alle gelingen. Hier wechseln Unterricht, Lernzeit, Arbeitsgemeinschaften sowie Freizeit- und Bildungsangebote sinnvoll verteilt über den Schultag in Kooperation mit der außerschulischen Jugendbildung. Ein qualitativ hochwertiges Schulmittagessen muss selbstverständlich sein wie auch Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, die wir gezielt anwerben wollen.

Um den Druck aus der Grundschule herauszunehmen, wollen wir die Grundschulempfehlung abschaffen und durch eine qualifizierte Beratung der Eltern ersetzen, die Eltern über die weiterführende Schule für ihr Kind entscheiden lassen und kleinere Klassen an allen bestehenden Schularten einführen. 

Um unterschiedliche Lernniveaus sowie flexiblere Lernzeiten anbieten zu können, ist uns Grünen besonders wichtig, dass die Schulen mehr Freiräume erhalten. Dazu brauchen wir Vertrauen in die Kompetenz, das Engagement und die Möglichkeiten vor Ort.

Björn Maier, jugendpolitischer Sprecher

Wenn`s um Gerlingen geht - Die Grünen
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