Kein Stadtseniorenrat in Gerlingen

Wie im Strohgäu Extra vom 15.11.2011 berichtet, wird es in Gerlingen keinen Stadtseniorenrat geben. Das ist sehr bedauerlich, haben sich doch zahlreiche ältere Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Gerlinger Altenhilfeprozesses dafür engagiert und ihre Bereitschaft erklärt, in solch einem Gremium mitzuarbeiten.

In ganz Baden-Württemberg gibt es viele Kommunen und Kreise, in denen ein Stadt- bzw. Kreisseniorenrat seit Jahren sehr gute Arbeit leistet, die Belange der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger engagiert vertritt und sich in das politische Leben der Kommunen aktiv einbringt.

Allein die Grünen haben sich von Anfang an hinter die Initiative der Verfechter eines Gerlinger Stadtseniorenrates gestellt und versucht, die Verwaltung und den Gemeinderat von der Sinnhaftigkeit solch eines Gremiums zu überzeugen.

In den Diskussionen wurden seitens der Kritiker Argumente angeführt, die aufgrund der praktischen Erfahrungen in anderen Kommunen, in denen es einen Stadtseniorenrat gibt, längst widerlegt sind.

Es bleibt der Eindruck, dass die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder sich davor scheut, sich mit solch einem Gremium auseinanderzusetzen und keine Einmischung von außen bei Seniorenthemen wünscht.

Dadurch wurde eine große Chance vertan, auch in Gerlingen, der Stadt mit dem höchsten Altersdurchschnitt im Landkreis, eine politische Interessensvertretung für Ältere zu schaffen und ein Zeichen zu setzen, dass man deren Engagement ernst nimmt und bereit ist, sich durch solch eine Institution kritisch hinterfragen zu lassen.

Die Verortung des Themas in einem Arbeitskreis der lokalen Agenda hat nichts mit den Zielen einer lokalen Agenda zu tun und ist nicht mehr als eine Notlösung, um das Thema nicht gänzlich zu beerdigen.

Die Grünen in Gerlingen werden das Thema auch weiterhin im Auge behalten und sich für die Schaffung eines Stadtseniorenrates in Gerlingen einsetzen.

Noch eine Anmerkung zum Schluss:

Bei der diesjährigen Jahresversammlung des Landesseniorenrates in Singen waren 1.200 Mitglieder aus den Kreisen und Kommunen anwesend – Ein Beleg dafür, dass es auch anders gehen kann als in Gerlingen.