Wölfe sind Wanderfreunde

Rösler: Erstmals für Süd- und Westdeutschland mitten im Ballungsraum

 

„Der Nachweis eines Wolfes in Korntal-Münchingen durch ein Video von Privatpersonen zeigt: Wölfe wandern weit, Wölfe sind Wanderfreunde und Wölfe tauchen selbst in hochindustrialisierten Ballungsräumen auf“, so Dr. Markus Rösler, naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag. Nach Angaben von Rösler sind es insbesondere männliche Jungtiere, die aus ihrem Rudel ausgestoßen wurden oder als „jungerwachsene Tiere“ selbst auf weiten Wanderungen die Welt erkunden. „Die wandern Hunderte von Kilometern, in einer Nacht bis zu 70 km“, so Rösler, der in Korntal selbst zur Schule ging und in dessen Wahlkreis der Wolf beobachtet und gefilmt wurde. Nach Röslers Angaben konnte ein sächsischer Wolf auf dem Weg bis ins 1.500 km entfernte Weißrussland verfolgt werden, alpine Wölfe tauchten fast 1.000 km weiter nördlich in Nordhessen auf und seit vorgestern wissen wir, dass der erste in Belgien beobachtete Wolf aus dem 700 km entfernten Mecklenburg stammt.

 

„Von Korntal-Münchingen bis in den Schwarzwald sind es weniger als 50 km - also kein Problem für einen kräftigen jungen Wolf, in einer Nacht im Raum Stuttgart mit seinen rund drei Millionen Einwohnern aufzutauchen.

 

„Das bedeutet keine Gefahr - gerade junge Wölfe sind durchaus neugierig und tapern in anderen Regionen Europas wie im rumänischen Brasov auch mal ganz ungestört durch Großstädte.“, so der Wolfsexperte der Grünen im Landtag, Dr. Markus Rösler.

„Im Verhältnis Mensch zu Wolf in Deutschland gab es seit den ersten Wolfsrudeln vor knapp 20 Jahren über 160 überfahrene oder illegal erschossene Wölfe. Aber keine Toten, keine Verletzte, keine Angriffe und nicht einmal Nachweise von aggressivem Verhalten seitens der inzwischen über 600 Wölfe gegenüber Menschen. Das macht deutlich, wer hier wenn überhaupt Angst vor dem anderen haben könnte.“

 

„Der Wolf hatte Glück. Direkt neben der Autobahn laufend hätte er leicht wie schon zwei andere Wölfe in Baden-Württemberg überfahren werden können. „Jegliche Spekulation über den weiteren Weg des Wolfes macht angesichts der enormen Wanderwege von Wölfen keinen Sinn: vier Tage nach dem Video kann das Tier schon längst in Österreich, der Schweiz oder Frankreich sein - genauso wie sie in einem der Naturparke im Stromberg-Heuchelberg oder Schwäbisch-Fränkischer Wald unterwegs sein können.“