Die Grünen in Gerlingen

Antrag: Ausweisung von Waldrefugien im Gerlinger Wald

Sehr geehrter Herr Brenner,

aufgrund der sehr beeindruckenden Präsentation von Herrn Volker Schad (NABU Gerlingen) im Forstausschuss, die allen Mitgliedern des Gemeinderats zur Verfügung gestellt wurde, möchten wir Sie und den Gemeinderat bitten, die vorgeschlagenen Flächen (Waldrefugium an der Planhütte, unteres Krummbachtal mit ansteigendem Hang, Tauschwaldklinge mit benachbarter Keuperklinge) als Waldrefugien auszuweisen. 

Begründung:

Die Bundesregierung und die EU empfehlen 10 % des Waldes aus der Nutzung zu nehmen, um seltenen Tieren, Pilzen und Pflanzen eine Lebensgrundlage zu bieten. Baden-Württemberg und ForstBW setzen dies bereits um. Im Gerlinger Wald sind jedoch nur 2,5 % der Fläche als Waldrefugium ausgewiesen.

Viele Tier- und Pilzarten sind auf alte Bäume angewiesen. Solche Bäume sind jedoch in einem Nutzwald nicht in ausreichender Zahl vorhanden, da hier die Bäume sehr jung (< 200 Jahre) geerntet werden. In Zeiten, in denen das Artensterben einheimischer Tiere und Pflanzen nicht mehr ignoriert werden kann, wäre die Ausweisung von geschützten Waldrefugien ein wichtiger Schritt, diesem Trend entgegenzusteuern.

Die Einnahmen aus dem Holzeinschlag im Gerlinger Wald decken die Ausgaben für die Forstwirtschaft nicht. Die vorgeschlagenen Flächen sind für den Holzeinschlag und die nachfolgende Neubepflanzung schwer zugänglich, so dass hier möglicherweise Kosten gespart werden könnten.

Die Ausweisung von Waldrefugien wird mit Ökopunkten vergütet. Diese werden benötigt, wenn im Zuge von Baumaßnahmen an anderer Stelle in die Natur eingegriffen werden muss.

Es würde der waldreichsten Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg gut anstehen, wenn sie auf diese Weise auf einem Teil ihrer Gemarkung zum Erhalt der Schöpfung beiträgt.


Literatur zum Thema:

Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt
(lange auf der Spiegel-Bestsellerliste)

Eingebracht: 08.11.2017

Beraten: 21.06.2018 Forstausschuss

Entscheidung: steht noch aus