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Ortsverband der Grünen im Gespräch mit Bürgermeister Brenner

Am Dienstag, 16. Juli, traf sich im Jugendhaus B15 Bürgermeister Georg Brenner mit Mitgliedern und Vorstand des Ortsverbands der Gerlinger Grünen. Eingeladen hatte Bürgermeister Brenner zu dem Gespräch wohl im Hinblick auf die bevorstehende Bürgermeisterwahl. In einer großen Runde wurde daraufhin zweieinhalb Stunden über Themen diskutiert, die uns Grünen wichtig sind und zu denen Herr Brenner bereitwillig Stellung bezog.

Zuerst wurde dem Bürgermeister die Gelegenheit geboten, über seine Pläne im Falle einer Wiederwahl zu sprechen. Er machte deutlich, dass er unter anderem an einer wirtschaftlichen Entwicklung starkes Interesse habe. Die Zahl der Arbeitsplätze sollte erhalten und noch gesteigert werden.

Dies leitete über zu einem Thema, das uns beschäftigt und zwar, wie es mit der Stadtentwicklung weitergehen soll. Bevor neue Baugebiete erschlossen werden, sollte zuerst die Möglichkeit der Innenentwicklung geprüft werden. Es gibt so einige leerstehende Wohnungen und Häuser in Gerlingen, sowie noch ungenutztes Bauland im Innenbereich. Dazu wäre ein aktuelles Baulückenkataster und eventuell Gespräche der Verwaltung mit den Besitzern notwendig. Es wurde auch nach der Möglichkeit von sozialen Wohnungsbauprojekten gefragt, da die Preise für Wohnraum in Gerlingen sehr stark angestiegen sind.

Eine weitere Frage war, wie die Integration und Versorgung der vorhandenen und zu erwartenden Flüchtlinge zu bewerkstelligen ist. Besteht die Möglichkeit der dezentralen Unterbringung, sowie von Arbeitsmöglichkeiten bei der Gemeinde und bei Unternehmen? Wie sieht es mit Sprachkursen aus?

Ein Problem, mit dem berufstätige Eltern konfrontiert sind, ist das Fehlen einer vollwertigen Mensa im Schulzentrum. Viele Schüler nehmen das vorhandene Essensangebot in der umgenutzten Aula nicht an. Es wurde die Möglichkeit diskutiert, dies bei der Sanierung der Realschule zu berücksichtigen.

Von unserer Seite wurde angeregt, dass die Stadtverwaltung, ebenso wie in Ditzingen und Leonberg schon geschehen, sich bemüht, das Siegel einer Fairtrade-Stadt zu bekommen. Dazu müssen Städte fünf Kriterien erfüllen (http://www.fairtrade-towns.de/mitmachen/die-fuenf-kriterien/).

Eine Initiative von Seiten der Stadt in Bezug auf die möglichen Schwierigkeiten im Bereich der kommunalen Grundversorgung durch die Freihandelsabkommen TTIP und CETA hielt Herr Brenner nicht für erforderlich, da dies bereits durch den Deutschen Städtetag geschehen sei.

Ein Dauerbrenner wird für Herrn Brenner bei erfolgreicher Wiederwahl sicherlich auch das Thema Verkehr. Unter anderem sind bei einer zu erwartenden weiteren Zunahme von konventionellen Rädern und Elektrofahrrädern zusätzliche Schutzstreifen und Radwege für Radfahrer*innen erforderlich, damit diese sicher in der Stadt und auf die Höhe unterwegs sind.

Die Möglichkeit, wie Gerlingen stärker zeigen kann, dass es Mitglied im Klimabündnis ist und wie es seine Anstrengungen, Stichwort CO2-Bilanz, erhöhen kann, wurde diskutiert.

Nachdem wir Herrn Brenner auf diese Weise mit unseren Anliegen vertraut gemacht hatten, bei denen es teilweise Übereinstimmung, teilweise jedoch auch unterschiedliche Standpunkte gab, hatte der Bürgermeister auch noch ein wichtiges Anliegen: Er warb für eine hohe Wahlbeteiligung am 5. Juli. Aus unserer Runde werden jedenfalls alle wählen gehen.

Margit Lottje-Schröder und Ewald Bischoff

 

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